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Der Anfang ist getan...

 

Dörfer statt Braunkohle
Der Tagebau Jänschwalde war einer der größten in der DDR. Jetzt hat der Betreiber Leag das Ende des Abbaus beschlossen. Weit weniger Menschen als noch vor einiger Zeit geplant, müssen deshalb umsiedeln. Allerdings müssen sie anderswo weichen.

Der Lausitzer Braunkohle-Konzern Leag verzichtet auf den geplanten Tagebau Jänschwalde Nord. Das gab das Unternehmen am Donnerstag nach einer Aufsichtsratssitzung bekannt. Vor dem Hintergrund der "zwischenzeitlich eingetretenen bundespolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen" seien die Investitionen unternehmerisch nicht mehr vertretbar, sagte Leag-Chef Helmar Rendez in Cottbus. Auch ein Kraftwerksneubau in Jänschwalde sei nicht geplant.

Damit nähert sich einer der größten DDR-Braunkohlekomplexe seinem Ende. Errichtet wurde das Kraftwerk Jänschwalde zwischen 1976 und 1988, seine sechs Blöcke leisten 3000 Megawatt . Den Plänen zufolge wird es in den frühen Dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts auslaufen.

Bis 2023 liefert der bisherige Tagebau Jänschwalde noch Braunkohle für das Kraftwerk, danach soll es rund acht bis zehn Jahre lang aus benachbarten Tagebauen versorgt werden. Danach wäre Schluss. Orte wie Grabko und Atterwasch werden damit von einer Umsiedlung verschont. Anders die Bürger in Trebendorf. Den Planungen zufolge soll der sächsische Tagebau Nochten erweitert werden. Rund 200 Menschen müssen dafür umgesiedelt werden. Dies soll die Versorgung des Kraftwerks Boxberg sichern. Dagegen bleibt die Zukunft des geplanten Tagebaus Welzow-Süd offen. Zwar sei das Unternehmen von der "energiewirtschaftlichen Notwendigkeit" seiner Ausbeutung überzeugt, sagte Rendez. Allerdings lasse sich diese Entscheidung noch bis 2020 vertagen. Bis dahin werde auch deutlicher sein, wie sich die Strompreise entwickeln. Weitere, neue Tagebaue plane man aber nicht.

Die Leag, die im vorigen Jahr das Braunkohle-Geschäft von Vattenfall übernommen hatte, bleibt damit deutlich hinter den bisherigen Tagebau-Planungen zurück. Allerdings gerät die Braunkohle auch zunehmend in die Defensive, ihrer klimaschädlichen Emissionen wegen. Zuletzt hatte die Bundesregierung begonnen, die Stilllegung von Kraftwerken zu entlohnen.

Aus der Bergbau-Gewerkschaft IG BCE erntete die Leag Lob für den Plan. "Die Beschäftigten in der Lausitz können aufatmen", sagte Petra Reinbold-Knape, die im Gewerkschaftsvorstand sitzt und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der LEAG Bergbau ist. "In der Region wird es keinen strukturpolitischen Blackout geben." Greenpeace dagegen wandte sich gegen das "Revierkonzept". Statt neue Tagebaue zu eröffnen, müssten bestehende geschlossen werden, verlangte die Umweltorganisation. Nötig sei ein Gesetz zum Ausstieg aus der Kohle.